Pentax 645 Mittelformat

Ein altes Sprichwort sagt: "Man kann nie genug Kameras und Zubehör haben." Deshalb nenne ich seit kurz vor Weihnachten auch eine analoge Mittelformatkamera mein eigen. Eine sehr schöne Ergänzung zu meinem digitalen Nikon Fuhrpark. Wie der Titel schon sagt, handelt es sich um die Pentax 645 für 120er Rollfilm, die  von 1984 - 1997 verkauft wurde. Ich habe die Kamera von einem anderen Fotografen in sehr gutem Zustand gebraucht gekauft. Es ist mein erster Kontakt mit Mittelformat überhaupt. Deshalb kann ich im Folgenden auch keine Vergleiche anstellen, möchte aber dennoch meine ersten Erfahrung niederschreiben. Wen das nicht interessiert - am Ende gibt es ein paar Bilder. Da ich in meinem direkten Umfeld niemanden kenne, der über viel Erfahrung mit Mittelformat verfügt, habe ich die Geschicke selber in die Hand genommen und recherchiert. Mit dem Ergebnis, dass die Pentax 645 eine solide und gleichzeitig sehr günstige Variante ist um in diesem Gebiet erste Erfahrungen zu sammeln. Und darum geht es mir auch konkret. Ich möchte mehr über die analoge Fotografie und die damit verbundene Entschleunigung lernen. Wenn man die belichteten Filme nicht selber entwickelt und scannt, entstehen pro Auslösung Kosten in Höhe von ca. € 1,50,-. Der Zeigefinger am Knöpfchen wird sehr viel ruhiger!

Zu der Kamera:

Sie ist angenehm schwer und liegt gut in (meiner grossen) Hand. Das Einlegen des 120er Rollfilms in die Spule macht im Vergleich zum Einstecken einer Speicherkarte oder einlegen eines Kleinbildfilms richtig Spass. Wenn man es einmal gemacht hat, stellt es auch kein Problem dar. Schwierig ist es jedenfalls nicht.

Spule Rollfilm Pentax
Spule Rollfilm Pentax
Spule Rollfilm Pentax
Spule Rollfilm Pentax
Spule Rollfilm Pentax
Spule Rollfilm Pentax

Ist der Film eingelegt und die Iso Empfindlichkeit in der Kamera eingestellt, kann es losgehen.

Die aus meiner Sicht grösste Hürde beim Fotografieren ist der manuelle Fokus. Habe ich mich für eine sehr offenen Blende (z.B. f2.8) entschieden, ist mein Ausschuss noch sehr hoch. Jedes dritte Bild wird unscharf. Offenbar ist die Gefahr, dass ich mich nach dem fokussieren in bisschen bewege sehr gross. Auch lässt sich im Sucher nicht immer genau beurteilen ob das Motiv im Schärfebereich liegt oder nicht. Das fokussieren an sich bereitet aber grosse Freude, denn das Objektiv lässt sich butterweich bedienen. Trotzdem läuft es "schwer" und fühlt sich dabei sehr wertig an.

Auch das Auslösegeräusch ist Musik in meinen Ohren. Da ist richtig was los im Gehäuse! Soll heissen: Der Verschluss macht noch ordentlich Lärm und man hat das Gefühl bei dem mechanischen Vorgang dabei zu sein. Die Kamera ruhig zu halten ist wiederum kein Problem. Aufgrund Ihrer Konstruktion und des Gewichtes liegt sie satt in der Hand. Fühlt sich richtig gut an.

Da ich das manuelle Einstellen der Belichtungszeit etwas fummelig finde, verlasse ich mich meist auf die Automatik mit Blendenpriorität. Nur in schwer zu kontolierenden Situationen z.B. mit viel Gegenlicht, belichte ich manuell. Bisher hat sich die die Automatik aber auch noch nie vertan. Der eingebaute Belichtungsmesser scheint sehr gut zu funktionieren. Oder aber die von mir gewählten Filme sind so gutmütig, dass ich leichte Fehlbelichtungen gar nicht merke. Auch das kann sein.

Wie ich schon erwähnte, habe ich keine Vergleichsmöglichkeit zu anderen Kameras, bin aber bisher sehr zufrieden mit dem Schätzchen. Vielleicht hilft der kurze Erfahrungsbericht dem ein oder anderen, der sich als Neuling mit der der Mittelformatfotografie beschäftigen möchte.

Über ein Labor zur Filmentwicklung und Scan habe ich hier noch ein paar Tipps.

Filme: Kodak TRI-X und Ilford HP-5

120er Filme für die Pentax 645

Der TRI-X 400 ist mein bevorzugter Schwarzweissfilm. Dieser lässt sich auch problemlos pushen. Man sollte nur wissen, dass er bei höheren ISO Zahlen deutich kontrastreicher wird. Einfach mal mit ISO 400, 800 und 1600 ausprobieren. Dann findet man schnell raus was einem gut gefällt.

Bei Farbfilmen greife ich am liebsten auf den Fuji 400H Professional zurück. Wenn man diesen Film ganz bewusst um 1, 2 Blenden überbelichtet und dann "normal" entwickeln lässt bekommt man diese wunderbar cremigen Farben und vor allem tolle Hauttöne. Das funktioniert aber wie gesagt nur wenn man ihn bewusst überblichtet.

Ebenfalls zu empfehlen ist der Farbfilm Kodak Portra 400. Auch dieser liefert sehr schöne Hauttöne und lässt sich sehr universell einsetzen. Vergleichbar mit dem Fuji 400H.

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